Manipulative Atmosphären: Zwischen unmittelbarem Erleben und medialer Konstruktion
Atmosphären sind nicht nur diffuse Emergenzphänomene, die distanzlos erlebt und erfahren werden (können) – wie die physikalische Atmosphäre oder die Atmosphäre, die zwischen Personen entsteht – sondern sie können gleichermaßen auf bestimmte Wirkungen hin konstruiert werden. Dies ist der Fall insbesondere bei Phänomenen der Fall, die bestimmten Zwecken dienen: seien es Einkaufszentren und Wellness-Oasen oder zeitlich begrenzte Ereignisse/Events wie Großkonzerte, Sportereignisse, aber auch Partei- oder Kirchentage. Formen der konstruierten Atmosphären sind evident multimedial konstituiert, ja, sie erklären den aufwendigen (technischen) Medieneinsatz zu einem ihrer Spezifika. Sie verdeutlichen damit, dass es möglicherweise keine unmittelbar erlebbare Atmosphäre im Sinne einer medienlosen Atmosphäre gibt – so zumindest die Hypothese des Vortrages. Anhand verschiedener Beispiele unter anderem auch des Medieneinsatzes in totalitären Regimen soll das Verhältnis von Atmosphären, Medien und ihrer möglicherweise manipulativen Wirkungspotentiale diskutiert und kritisch hinterfragt werden.